folgen

Galerie koal / 24.05. – 05.07.2014

#495,  Mapletree, 460 × 40 cm, 2014 / #492 BO  &  #494 BO, Oil on Canvas, each 120 × 96 cm, 2014 / #496 WZ, Marker on Wall, 69 × 60 cm, 2014 / #512 BO, Oil on Canvas, 40 × 36 cm, 2014

  • 3061
  • 3062
  • 3063
  • 3064
  • 3065

 

#500 Z – #507 Z

#500 Z – #507 Z, Philly tree Mirror, Pen on Paper, each 55,5 × 35,5 cm, 2014

4112411341114117411641154114

 

 

 

 

nowhere – herenow

Galerie koal / 23.02. – 13.04.2013
#335 BO
+ #336 BO, Oil on Mirror, 198  × 225 cm, 2013 / #229 Z, Graphite on Paper, each 98 × 80 cm, 2013

  • 3073
  • 3071
  • 3072
  • 3075
  • 3074
  • 3076

 

 

 

Text: nowhere – herenow

Galerie koal / 23.02. – 13.04.2013

D/ Arne Schreiber zeigt eine Paravent-Installation, die aus gebrauchten Türen und beidseitigen Spiegeln besteht. Ein wandartig frei im Raum stehender Paravent, dessen einzelne modulartige Elemente sich gegenseitig stabilisieren, modifiziert dabei die Wahrnehmung des Ausstellungsraums, unterteilt und spiegelt den Raum in unterschiedliche Ansichtsflächen und bezieht die Architektur als einen Teil der Bildoberfläche mit ein. Die raumillusionistischen, glatten und industriellen Oberflächen der Spiegel kontrastieren hier mit den dinghaften Oberflächen der Türelemente, welche die Spuren ihrer Benutzung zeigen. Als Bildträger einer linearen, sich manuell von Linie zu Linie wiederholenden Bemalung mit klassischer Ölfarbe, bilden die unterschiedlichen Flügel des Paravents Referenzräume, in denen selbst kleinste Veränderungen innerhalb von Strukturen sichtbar werden. In der Regelmäßigkeit der Ausführung geben sich Imperfektionen und Unterschiede zu erkennen. Die äußerste Zurücknahme des Künstlers als Autor ermöglicht erst die Wahrnehmung der verschiedenen Medien und ihrer Rolle in diesem Prozess.
Die Paravent-Installation wird von der ausstellungstitelgebenden Textzeichnung nowhere – herenow und  der Zeichnung apartagain begleitet. Basierend auf einem in einem Raster sich fortlaufend wiederholenden Alphabet aus industriellen Buchstabenschablonen werden die einzelnen, für das Textgefüge benötigten Buchstaben, auf Papier markiert, und in einem darauf folgenden Schritt wird die freie Fläche um die Buchstaben herum mit Graphitstiften aus-gezeichnet. Die so entstandenen Textflächen können als Felder einzelner Zeichen oder aber zusammenhängender Texte wahrgenommen werden. In den Zeichnungen veranschaulichen sich Aspekte der Verbildlichung von Schrift und der Verschriftlichung von Bild, der Unterschiede und Ähnlichkeiten von Lesen und Sehen, von Schreiben und Zeichnen. Im nahezu zwangsläufig einsetzenden Leseverständnis kann das „nowhere – herenow“, ins Deutsche übersetzt, sowohl „hier jetzt, jetzt hier“ als auch „nirgendwo, hier jetzt“ bedeuten und das „apartagain“ sowohl als „wieder ein Teil sein“ als auch „wieder getrennt sein“ übertragen werden.
E/ Arne Schreiber shows an installation of room dividers consisting of used doors and two-sided mirrors. A wall-like, free-standing paravent, the individual modular elements of which are mutually stabilising, modifies the perception of the exhibition space, divides and mirrors the room into various aspects and surfaces, integrating the architecture as part of the pictorial surface. The smooth, industrial surfaces of the mirrors, while providing illusions of space, stand in stark contrast to the more substantial surfaces of the door elements and the signs of wear and tear they bear. The different wings of the paravent, as image carriers of a linear, line by line manually repeating painting in classical oil paints, form spaces of reference in which even the smallest changes in structure become visible. Imperfections and differences manifest themselves in the regularity of the execution. Only the extreme withdrawal of the artist as author makes the observation of the various media and their roles within the process possible at all.

The paravent installation is accompanied by the eponymous text drawing nowhere – herenow as well as the drawing apartagain. Based on a grid with a continuously repeating alphabet of industrial letter stencils, the letters needed for the text proper are marked on the paper. Subsequently the blank space around the letters is filled in with drawing in graphite pencil. The resulting text surfaces can be regarded as fields of individual signs or as continuous text. The drawings illustrate aspects of the visualisation of writing and the textualisation of images, of the differences and similarities of reading and seeing, of writing and drawing. It is all but inevitable that the titles’ readings oscillate between “no-where” and “now-here” as well as “a part again” and “apart again.”

#416BO – #480BO

#480BO + #483BO + #420BO, Oil on Canvas, Synthetic Board, each 42 × 30 cm, 2014
#416BO + #419BO + #422BO, Acrylic on Synthetic Board, Synthetic Mirror, each 84 × 59,5 cm, 2013

409240914093409440954096

#385 Z – #390 Z

#388 Z + #385 Z + #389 Z + #390 Z, Graphite on Paper, each 100 × 70 cm, 2013

4073407240714074

Text: ZWEI

ZWEI / Galerie koal / 14.01. – 18.02.2012

D/ Unter dem Ausstellungstitel „Zwei“ wird die temporäre Wandzeichnung #284WZ zu sehen sein, eine aus zwei Flächen à 2,30m x 8,50m bestehende Arbeit, die eigens für den Ausstellungsraum der Galerie konzipiert wurde und insgesamt eine Länge von 17m aufweist.
In Arne Schreibers künstlerischer Praxis treffen festgelegte Abläufe innerhalb definierter Bereiche mit dem Unkalkulierbaren, Zufälligen und Individuellen zusammen. Seine Bilder ergeben sich nicht aus expressiven Gesten, sondern durch die Anwendung und Konfrontation verschiedener Systeme, durch den Prozess manueller Wiederholungen und den daraus entstehenden Abweichungen. Millimeterpapier und modulartige Bildträger dienen als Referenzräume, in denen selbst kleinste Veränderungen innerhalb von Strukturen sichtbar werden. Für seine Ausstellung „Zwei“ in der Galerie koal nutzte Schreiber den Ausstellungsraum als Referenz und entwickelte aus dessen Vorgaben heraus eine aus zwei Flächen bestehende Wandzeichnung, die den Raum als Medium begreift.

Der Ausstellungsraum der Galerie gleicht einem nahezu hermetischem White Cube, der sich durch seine Öffnung etwa einen Meter unterhalb der alten Decke des Postfuhramts als fensterlose Raumkapsel in einer Architekturhülle zu erkennen gibt. Wie in einer Arena lenkt der neutrale Raum alle Aufmerksamkeit von sich ab und bietet kaum Ansatzmöglichkeiten. Lediglich ein Einschnitt im linken Drittel der vorderen Längswand, der den Besuchern den Zutritt ermöglicht, sowie zwei eingelassene Türen an den jeweiligen Enden derselben Wand unterbrechen das Kontinuum der glatten, weiß gestrichenen Raumhülle.

Schreiber nutzt diese einzige Unterbrechung der Raumgeometrie als Ausgangspunkt. Ausgehend vom Einschnitt wurden von Hand mit Markerstift und Lineal vertikale Linien gezogen, deren Höhe den menschlichen Proportionen entspricht und die 30 Zentimeter über dem Boden enden. Der Vorgang des Linienziehens wurde so oft wiederholt, wie es die Fläche zwischen Eingang und rechter Raumecke erlaubt. Auf diese Art entstand eine im doppelten Sinne ,bezeichnete’ Wandfläche, die in einem zweiten Schritt in einem 90 Grad Winkel zur Raumdiagonalen auf die gegenüberliegende Wand gespiegelt wurde. Während die Ausgangsfläche durch den Raum bestimmt und gerahmt wird, entfaltet sich ihr Spiegelbild nun scheinbar frei auf der Wand, ohne auf vorgegebene Grenzen zu stoßen. Doch selbst wenn die räumlichen Referenzen der ersten Fläche fehlen, ist auch die zweite durch das Prinzip der Spiegelung von den spezifischen Proportionen und Dimensionen des Ausstellungsraums abhängig.

Auch innerhalb der gespiegelten Fläche wird der Vorgang des Linienziehens wiederholt. Wie schon bei der ersten Fläche, zeichnet sich das entstandene Linienfeld, trotz einer regelmäßig erscheinenden Ausführung, durch sichtbare Imperfektionen aus. Während des Zeichnens mit der Hand entstanden, sind sie zugleich intendiert und provoziert, ohne dabei jedoch kalkulierbar zu sein. So schlägt sich beispielsweise die Beschaffenheit der Wandoberfläche in der Zeichnung nieder. Unregelmäßigkeiten und Schmutzschatten einstiger Bilder und Aufhängungen – zusammengefasst die Spuren und Narben der vorherigen Nutzung – lassen den Ausstellungsraum erneut eingreifen. Einmal mehr erweist sich dieser damit als wenigstens gleichberechtigter Akteur neben dem Künstler selbst. Wenngleich dessen zeichnende Hand, mit ihrer zwangsläufig sich verändernden Haltung, ebenfalls für Abweichungen hinsichtlich der Linienstärke oder des Linienabstandes verantwortlich ist, so entsteht dennoch angesichts der ,medialen Unschärfe‘ eine gewisse Unsicherheit im Hinblick auf eine gesicherte künstlerische Autorschaft. Vor der Wandzeichnung Schreibers stehend, gestaltet es sich als schwierig, die verschiedenen Medien wie z.B. die Wandoberfläche, den Raum oder dessen Spiegelung, Stifte, Lineal sowie das zeichnende Individuum und die tatsächlichen Auswirkungen der Medien im Gesamtbild klar voneinander zu differenzieren. Wer oder was bringt sich im Detail, denn nichts anderes sind die offenen Bildstrukturen der Wandzeichnung, zur Geltung und nimmt wie teil am Zusammenspiel?

Die Rolle des Künstlers, so scheint es, nähert sich dabei in ihrer Beschränkung auf die Wiederholung und Ausführung eines bereits festgelegten Prozesses dem von Roland Barthes in seinem Essay Der Tod des Autors [La mort de l‘auteur] (1968) konzipierten postmodernen Autorbegriff des scripteur an. Als ,Schreibender‘ ist dieser lediglich der Verursacher eines „Gewebe[s] von Zitaten“, ohne darin selbst als Person zu erscheinen – seine Hand zeichnet „abgelöst von jeder Stimme und geführt von einer reinen Geste der Einschreibung (nicht des Ausdrucks)“. So wie Barthes schließlich mit dem Tod des Autors die Geburt des Lesers beschlossen sieht, eröffnet auch die Wandzeichnung Schreibers dem Betrachter ein offenes Feld der Reflexion und lädt ihn ein, die Suche nach dem einen Sinn mit der Teilhabe am Zusammenspiel der Medien zu vertauschen.

E/ Galerie koal is delighted to announce that beginning on January 13, we will be presenting the second solo show by the artist Arne Schreiber. On view in the exhibition “Zwei” (Two) will be a temporary wall drawing entitled #284WZ, a work consisting of two surfaces, each measuring 2.30m x 8.5m, which was conceptualized especially for this exhibition space and has a total length of 17m.

In Arne Schreiber’s artistic practice, specified activities within defined areas converge with the incalculable, the contingent, and the individual. His pictures arise not from expressive gestures, but instead through the application and confrontation of various systems, through processes of repetition, and through the deviations which result. Graph paper and modular picture supports serve as referential spaces within which even the tiniest variants within the overall structure become visible. For the exhibition “Zwei” at Galerie koal, Schreiber uses the exhibition space as a reference on whose basis he develops a wall drawing consisting of two surfaces which take up the space as their medium.

By being opened up ca 1m below the old ceiling of the former main post office, the gallery’s exhibition space – which resembles an almost hermetic white cube – presents itself as a windowless space capsule inside of an architectural envelope. Like an arena, the neutral space deflects attention away from itself, offering virtually no conceivable approach to it. The continuum of this smooth, white-painted spatial container is interrupted only by a single incision in the left-hand third of the front wall, which allows visitors entry, as well as by the two doors which have been set into the ends of the same wall.

Schreiber exploits this sole violation of this spatial geometry as his point of departure. Drawn by hand using ink markers and ruler beginning from this incision are vertical lines whose height corresponds to the proportions of a human being, and which terminate 30 cm above the floor. This procedure of inscribing lines is repeated as often as allowed by the surface between the entry and the right-hand corner of the room. Resulting from this procedure is a wall surface that is ‘marked’ in a double sense, and which is then, in a second step, mirrored onto the opposite wall at a 90° angle to a diagonal across the space of the room. While the original surface is determined and framed by the space, its mirror image now seems to appear freely on the wall, i.e. without encountering preestablished boundaries. Despite the absence of the spatial references which shape the first surface, the second one too is dependent upon the principle of the mirroring of the specific proportions and dimensions of the exhibition space.

Within the mirrored surface as well, the procedure of inscribing lines is repeated. As with the first surface, the resultant linear field is characterized – despite the apparent regularity of its execution – by the presence of visible imperfections. Generated during the process of drawing by hand, these are intentional, deliberate, yet at the same time in no sense calculated. The texture and workmanship of the wall surface, for example, is reflected in the final drawing. Irregularities and shadows of soiling from earlier pictures or hangings – the combined traces and scars of previous utilizations – allow for another intervention of the exhibition space into the art. Once again, these emerge as a protagonist at least on equal terms with the artist himself. And even though the inscribing hand, with its necessarily varying position, is also responsible for deviations with regard to the thickness of the lines and the intervals which separate them, the result is a lack of definition which creates a degree of uncertainty about secure artistic authorship. Standing before Schreiber’s wall drawing, it proves difficult to distinguish clearly between the various media – the wall surface, the space and its mirroring, the markers, the ruler, the executant, and the actual effects of the media – in the overall appearance of the work. Who or what is responsible for the each detail, and how does he (or it) participate in their interplay?

In its restriction to the repetition and execution of a predetermined process, the role of the artist here appears to approach the postmodernist conception of the “scripteur” as conceptualized by Roland Barthes in his essay “The Death of the Author” [“La mort de l‘auteur”] (1968). As a “scribe,” the artist is now simply the initiator of a “tissue of quotations,” and does not himself emerge in the text as a person – his hand now inscribes, “cut off from any voice, borne by a pure gesture of inscription (and not of expression).” Just as Barthes, finally, regards the death of the author as signaling the birth of the reader, Schreiber’s wall drawing inaugurates an open-ended field of reflection for viewers which invites them to exchange the search for meaning for participation in the interplay of the media.

#217 – #224 BOA3/3/3

#217-218 BOA3/3/4 + #219-220 BOA3/3/4 + #221-222 BOA3/3/4, Oil on Wood, each 178 × 210 cm, 2010
#223 BOA3/3/3 + #224 BOA3/3/3, Oil on Wood, each 178 × 126 cm, 2010

  • 1101
  • 1102
  • 1103
  • 1105
  • 1104
  • 1106
  • 1107

v.d.H.d.H.b.z

Von der Haltung der Hand beim Zeichnen: #7 Z – #13 Z, Graphite on Graphpaper, each 29,7 × 21 cm, 2006

190519051905190519051905


© 2015 Arne Schreiber / Imprint